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Ringvorlesung "Die Vielfalt der Arten"
Wann: 07.12.2010 bis 01.02.2011
Wo: Hörsaal XXIII im AudiMax der Universität Halle
Die biologische Vielfalt ist wahrscheinlich eines der wichtigsten, aber zugleich auch bedrohtesten Güter unserer Natur, und da sie eine Lebensgrundlage für uns alle darstellt, ist ihr Erhalt von ganz besonderem Interesse. Nicht ohne Grund hat die UNO das Jahr 2010 zum Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt (auch „Biodiversität“) erklärt - 34.000 Tier- und Pflanzenarten gelten heutzutage als vom Aussterben bedroht und verschiedene Schätzungen gehen davon aus, dass täglich bis zu 130 Arten für immer vom Erdboden verschwinden. In Anlehnung an das Themenjahr richtet der Fachschaftsrat Biologie der Universität Halle im Wintersemester 2010/2011 für alle Interessierten eine Vorlesungsreihe aus, um auf die Probleme des Arterhalts und aktuelle Themen im Bereich der Biodiversitätsforschung aufmerksam zumachen. Die Vorträge finden jeweils dienstags 19.00 Uhr im Hörsaal XXIII im AudiMax der Universität Halle statt. Der Eintritt ist frei.
TERMINE:
* 02.11.10 „Ökonomische Bedeutung der Biodiversität“
Prof. Dr. Hans-Ulrich Zabel
Universität Halle
Lehrstuhl Betriebliches Umweltmanagement
* 09.11.10 „Biodiversität und das Funktionieren von Ökosystemen - Wie
viele Arten brauchen wir?“
Prof. Dr. Helge Bruelheide
Universität Halle
Institut für Geobotanik
* 16.11.10 „Pilze und Biodiversität im System Bodenpflanze“
Prof. Dr. François Buscot
UFZ Halle
Dept. Bodenökologie
Pilze stellen nicht nur eine sehr diverse Organismengruppe dar, sondern prägen z.B. als Partner von Symbiosen die Anpassung von Pflanzen und damit auch die Zusammensetzung und Diversität von Pflanzengemeinschaften.
* 23.11.10 „Immunzellen: Wächter über Leben, Krankheit und Tod“
Prof. em. Dr. Sunna Hauschildt
Universität Leipzig
Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie
Das menschliche Immunsystem befindet sich in einem ständigen Kampf gegen Bakterien, Viren, Parasiten und schädliche Substanzen.
Es hat komplexe Verfahren entwickelt, um den Krankheitserregern Herr zu werden. Da aber die Krankheitserreger auch sehr einfallsreich in ihrem Überlebenskampf sind, zählt der Wirt häufig zu den Verlierern. So gelingt es dem AIDS-Erreger das Immunsystem, welches ihn eigentlich bekämpfen sollte, zu zerstören.
Das Immunsystem ist nicht frei von Fehlleistungen, die zu schwerwiegenden Krankheiten führen können. Hierzu zählen die Autoimmunerkrankungen und Allergien.
Im Falle von Autoimmunerkrankungen greifen Immunzellen körpereigene Strukturen an und bei Allergien reagieren Immunzellen auf harmlose Substanzen in übersteigertem Maße. Die Ursachen der Fehlleistungen sind häufig ungeklärt, so dass es noch vieler Forschungsarbeiten bedarf um Erklärungen für das Entgleisen des Immunsystem zu finden.
* 25.11.10 (Sonderveranstaltung! Vortrag im großen Hörsaal im Institut für
Zoologie, Domplatz 4) „Regenmantel, Hochzeitskleid und Tarnkappe - die
diversen Aufgaben der Vogelfeder“
Dr. Frank Steinheimer
Naturkundliches Universitätsmuseum Halle
* 30.11.10 „Xenobiotika und Biodiversität“
Dr. Matthias Liess
UFZ Leipzig
Dept. System-Ökotoxikologie
Schwermetalle in der Antarktis und Pestizide in der Landwirtschaft - Anhand dieser Beispiele wird dargestellt welche Wirkung Xenobiotika auf die Biodiversität haben können. Die Problematik der Vorhersage von Schadwirkungen wird analysiert. Es werden Lösungsansätze aufgezeigt, wie eine zukünftige Risikobewertung von Xenobiotika erfolgen kann.
* 07.12.10 „Speziation, genetische Differenzierung und geografische
Verbreitung von Protisten“
Prof. Dr. Martin Schlegel
Universiät Leipzig
Institut für Biologie
Das biologische Artkonzept wurde und wird immer noch als wichtigstes Bezugssystem in der Biologie akzeptiert, da es anhand objektiver Kriterien überprüft werden kann. In der Praxis stößt seine Umsetzung jedoch häufig auf Grenzen in der Anwendbarkeit und in der Folge wurden zahlreiche ergänzende und alternative Artkonzepte entwickelt. Für eine Vielzahl asexuell und unisexuell fortpflanzender Organismen sowie obligate Selbstbefruchter („inbreeder“) ist es jedoch schon rein theoretisch nicht anwendbar. Der Protozoen-Genetiker TRACY M. SONNEBORN äußerte als Erster Kritik an diesem Konzept und forderte eine Modifizierung, um diese Organismen in ein erweitertes Artkonzept mit einzuschließen. Ausgehend von seinem langjährigen Studienobjekt Paramecium aurelia betrachtete er Arten als evolutionäre Einheiten („evolutionary entities“), die eine Schwelle minimaler, jedoch unumkehrbarer evolutionärer Divergenz überschritten hatten, unabhängig vom Fortpflanzungsmodus. Bei sexuell fortpflanzenden Arten kann diese Divergenz grundsätzlich durch Kreuzungsexperimente überprüft werden. Bei allen anderen „Agamospezies“ sensu SUDHAUS können morphologische, physiologische, ökologische sowie molekulare Merkmale heran gezogen werden, um Arten zu erkennen und zu unterscheiden (was in der Regel auch für sexuell auskreuzende Arten getan wird). Untersuchungen molekularer Marker führten zudem zu neuen Erkenntnissen über die Evolution, genetische Differenzierung und Radiation von Protisten. Besiedlungsdynamik und genetische Differenzierung werden am Beispiel von Arten der Gattung Coleps erläutert. Schließlich wird die Frage aufgegriffen, ob geographische Verbreitungsmuster bei Mikroorganismen vorhanden sind oder nicht. Obwohl viele Protisten eher eine globale Verteilung aufweisen, wie z.B. Paramecium caudatum, gibt es zahlreiche Beispiele geographischer Verbreitungsmuster, wie bei dem Ciliaten Stylonychia lemnae und Schalenamöben der Gattung Euglypha und Nebela.
* 14.12.10 „Bestäuber und Bestäubung: Spielt Biodiversität eine Rolle?“
Prof. Dr. Robert Paxton
Universität Halle
Insititut für Zoologie
Pollination is seen as an essential ecosystem service, without which there would be fewer fruits, nets and seeds and 30% less foodstuffs to feed an ever growing world population. Recent large-scale honey bee losses in the USA (2006/07 onwards) have led to widespread discussion in the media of pollinator shortfalls. I will review evidence for such a shortfall and explore the extent to which biodiversity, in terms of species diversity, is important for the provision of pollination services.
* 11.01.11 „Bedeutung der Biodiversität für moderne zoologische Gärten“
Dipl.-Biol. Jutta Heuer
Zoologischer Garten Halle
* 18.01.11 „Die neue Art des Artenlernens“
Dr. Jorge Groß
Universität Hannover
Didaktik der Biologie
* 25.01.11 „Biologische Invasionen - Ursachen und Konsequenzen“
Dr. Stefan Klotz
UFZ Halle
Dept. Biozönoseforschung
* 01.02.11 „Wie viel Fläche braucht die Biodiversität: Viele Fragen und
einige Antworten“
Prof. Dr. Ralf Seppelt
UFZ Leipzig
Dept. Landschaftsökologie
Projektpartner
- Fachschaftsrat Biologie